Lebenskunst-Echo

zum Rundbrief vom 1.8.08

 


Liebe Zenkreisler,

das Thema hat mich in der letzten Zeit auch sehr beschäftigt. Zwar ist hier in der Schweiz der Sprit immer noch konkurrenzlos billig (heute bei ca. 1,88 CHF für den Liter Normalbenzin, der qualitativ dem deutschen Super (95 Oktan) entspricht). Andererseits - und das geht mir vorallem in der aktuellen grenzüberschreitenden politischen Diskussion ab - sind wir gerade dabei die letzten Liter Öl zu verbrennen. Es wird hier wie dort darüber geredet, ob die steigenden Benzinpreise gerecht sind und wie man das Öl/Benzin für die leidende Wirtschaft und den Konsumenten verbilligen kann.

Was wir hier wieder einmal erleben, sind ganz normale wirtschaftliche Zusammenhänge, nämlich, dass ein Produkt bei steigender Nachfrage und fallender Verfügbarkeit teurer wird. Komisch ist vor allem, dass gerade die, die sonst immer an forderster Front ihre Lanze für Marktliberaliserung brechen, plötzlich selbst nicht mehr an den Markt glauben, der ja laut ihrer eigenen Aussage in der Lage sein soll alle sozialen wie wirtschaftlichen Probleme zu lösen.

Vielleicht wird das Ganze allerdings auch ein paar positive Aspekte haben. Es wird neben den Einschränkungen für den einzelnen auch (welt)wirtschaftlich einiges verändern. Ab einem gewissen Spritpreis werden sich beispielsweise auch lange Transportkosten nicht mehr rechnen, was dafür sorgen wird, dass Produkte wieder zunehmend da produziert werden, wo sie auch konsumiert werden.

Viele Grüsse
Roland

~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~

Hallo Thomas,
ich habe mir erlaubt, Euren newsletter in mein neues Forum zu stellen: www.mypatron.com

Andreas

~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~

Hallo Jacqueline und Thomas,

euer Newsletter von voriger Woche hat mich auch wieder sehr angesprochen. Hatte leider nicht früher Zeit, dazu zu schreiben, aber das Thema ist ja immer aktuell.

Durch meinen Arbeitsweg bin ich täglich mit dem Auto auf der Autobahn unterwegs (A 270/A27 von Bremen-Nord bis kurz vorm Bremer Kreuz; sagt euch ja sicher was). Mit Bus und Bahn würde es mehr als doppelt so lange dauern, außerdem muss, oder besser will ich für manche Dinge flexibel sein, die ich nur nach Feierabend erledigen kann, was ohne Auto nicht oder nur schwer mit vertretbarem Zeitaufwand möglich wäre. Bremen ist ja so sehr langgestreckt, und ein S-Bahn-Netz mit hoffentlich mehr und schnelleren Verbindungen wird es erst ab 2010/2011 geben. So bleibt das Auto trotz der hochen Kosten für mich bis auf weiteres unverzichtbar, wenn ich in meiner Freizeit noch genug Spielraum für bestimmte Aktivitäten haben möchte - z.B. das Musical&Pop-Ensemble, in dem ich singe und auch organistorische Aufgaben habe.

Aber nicht nur wegen der Energieersparnis, sondern auch, weil es einfach weniger anstrengend ist, fahre ich meist auf der A 27 nur 90 bis 100. Und um eure Frage zu beantworten: wenn es irgendwie geht, auf der rechten Spur :o). Dabei ärgert mich nur immer wieder, warum man so oft LKWs fast im Kofferraum hat, obwohl die doch nur 80 fahren dürfen. Man ist fast gezwungen, schneller zu fahren, um die "Brummis" nicht zu reizen, noch schneller zu fahren und mich zu überholen. Dabei ist es mit 90 doch so ein entspanntes Fahren. Ok, wenn ich lange Strecken vor mir habe, fahre ich auch schneller und halte mich nicht immer strikt an das Rechtsfahrgebot - wenn die Lücken mir gefühlsmäßig zu klein sind, um einzuscheren, weil man ja oft nicht schnell wieder rauskommt zum nächsten erforderlichen Überholvorgang. Langstecken sind aber seltener geworden in den letzten Jahren. Und meinen Arbeitsweg habe ich zeitlich so eingestellt, dass ich gar nicht schneller fahren muss. So ist auch ein Spielraum für kleine Staus.

Dazu möchte ich gleich ein weiteres Newsletter-Thema mit einbeziehen: die Musik! Momentan höre ich gern Michael Bublé, den jungen kanadischen Swing-Sänger. Viele Songs sind nicht allzu schnell, und der Swing-Rhythmus oder leicht jazzige Touch ist so entspannend - im Vergleich zu Rockmusik oder gar Techno (letzteres mag ich eh nicht) - da kann ich irgendwie gar nicht zu schnell fahren. Man gleitet locker dahin, schwimmt im Verkehrsstrom mit und ist auch im Stadtverkehr gar nicht bestrebt, ständig die Spur zu wechseln, um ein paar Meter zu gewinnen, die man spätestens an der nächste Ampel ja doch meist wieder verliert.

Die Welt verändern - das ist allerdings wiederum ein großes Thema, mit dem ich mich gerade gedanklich beschäftige unter Einbeziehung der Gedanken von Jiddu Krishnamurti und einem multidimensional-holografischen Weltbild. Da bin ich aber noch relativ am Anfang und es würde hier den Rahmen sprengen. Dazu vielleicht en andermal mehr, wenn es euch interessiert. Ich denke aber auch, wenn viele Menschen einfach mehr nach Möglichkeiten suchen würden, wie sie schon im kleinen, persönlichen und mitmenschlichen Rahmen etwas verändern können - z.B. auf Autobahnen nicht mehr rücksichtslos rasen und drängeln, nicht weil es ohnehin verboten ist, sondern weil man erkennt, dass es viel angenehmer ist, entspannt in gemäßigtem Tempo dahin zu gleiten - würde das schon einiges bewirken. Das gleiche sinngemäß an der Supermarkt-Kasse und vergleichbaren Situationen ;o). Denn dieses Bewusstsein ist Gedankenkraft, die sich ausbreiten kann, ohne dass es dafür irgendwelcher Gesetze, Regeln oder auch Rituale bedarf. Ein bisschen buddhistische Gelassenheit im Straßenverkehr und überall sonst, wo viele Menschen zusammenkommen, würde sicher vielen von uns - und damit der Welt - gut tun.

In diesem Sinne - euch eine schöne, gelassene Woche :o)

Liebe Grüße aus dem leider heute etwas regnerischen Bremen

Jens



 

nach oben
zur Übersicht

Impressum